Stell dir einen Ortstermin vor: zwei Stunden im Objekt, 80 Fotos. Dazu Notizen auf dem Block, Maße im Kopf, ein Zählerstand schnell abfotografiert. Abends dann die eigentliche Arbeit: Welches Foto gehört zu welchem Raum, welches Bauteil war das, was stand auf dem Zettel? Die Aufnahme wäre nach zwei Stunden erledigt, das Sortieren könnte ähnlich lange dauern – und das Gutachten wäre noch keine Zeile weiter.
Genau an dieser Stelle setzt eine App für Sachverständige und Energieberater an. Nicht beim Gutachten selbst, sondern davor.
Der ehrliche Kern: Die Aufnahme strukturieren, nicht das Gutachten ersetzen
Eine App macht dich fachlich nicht besser, und sie ersetzt nicht die Software, mit der du rechnest und deine Unterlagen erstellst. Die bleibt, wo sie ist – dafür brauchst du uns nicht. Der Anspruch der App ist kleiner und messbar: Was vor Ort erfasst wird, soll so strukturiert ankommen, dass die Nachbearbeitung schrumpft. Drei Effekte, an denen sich so ein Projekt beweisen muss:
- weniger Sortierarbeit, weil jedes Foto beim Aufnehmen einem Raum, Bauteil oder Prüfpunkt zugeordnet wird,
- weniger Nachtermine, weil eine Checkliste je Auftragstyp zeigt, was noch fehlt, solange du noch im Objekt stehst,
- schnellerer Berichtsstart, weil Maße, Zählerstände und Befunde als Daten vorliegen statt als Zettel.
Ändert sich an diesen drei Punkten nichts, rechnet sich die App nicht – das gehört vor jedes Angebot, auch vor unseres.
Was so eine App vor Ort übernimmt
Objektakte. Adresse, Auftraggeber, Auftragstyp, Baujahr, frühere Termine. Einmal angelegt, bei jedem Folgetermin wieder da.
Geführte Checklisten je Auftragstyp. Gebäudeaufnahme, Schimmelbegutachtung, Verkehrswert, Energieberatung – welche Prüfpunkte zu welchem Auftragstyp gehören, gibst du vor, wir bauen daraus die Listen. Die App führt durch die Liste und markiert, was offen ist. Der Punkt, der Nachtermine sparen kann.
Fotos mit Zuordnung. Aufnahme direkt aus dem Prüfpunkt heraus: Das Bild weiß, zu welchem Raum und Bauteil es gehört. Dazu eine kurze Sprachnotiz, wenn die Hände schmutzig sind oder es schnell gehen muss.
Strukturierte Werte. Maße, Zählerstände, Dämmstärken, Fensterbaujahre – als Felder erfasst, nicht als Freitext. Nur so lassen sie sich später übernehmen statt abtippen.
Export und Übergabe. Am Ende ein sauberes Datenpaket: Fotos benannt und sortiert, Werte als Tabelle, Befunde als Text – als PDF-Anhang zur Akte oder als Datei zum Weiterverarbeiten. Ob und in welchem Format deine Fachsoftware Daten einlesen kann, beantwortet deren Anbieter – dazu behaupten wir nichts.
Der Keller hat kein Netz
Keller, Dachboden, Neubau ohne Anschluss, Scheune auf dem Land: Wenn deine Termine dort stattfinden, ist Empfang keine Selbstverständlichkeit. Eine App, die ohne Verbindung nichts erfassen kann, hilft dir genau da nicht. Die gute Nachricht: Für die reine Aufnahme reicht oft eine Warteschlange statt eines vollständigen Abgleichs mit dem Server – vor Ort wird erfasst, hochgeladen wird, sobald das Handy wieder Netz hat. Was der Unterschied kostet und warum er groß ist, steht in „Offline-Apps – wann du den Sync brauchst“.
Rechne den Hebel mit deinen Zahlen
Nur ein Muster zum Anpassen. Angenommen, du hättest acht Ortstermine im Monat und bräuchtest je Termin 90 Minuten für das Sortieren von Fotos und Notizen: Das wären zwölf Stunden im Monat, in denen kein Gutachten entsteht. Setz deine eigenen Zahlen ein – die Rechnung sollte über das Projekt entscheiden, nicht unsere.
Datenschutz mitdenken
Fotos aus fremden Wohnungen, Namen von Eigentümern und Mietern, Zählerstände: in der Regel personenbezogene Daten, teilweise aus dem privaten Lebensbereich. Wo sie liegen, wer zugreift, wann sie gelöscht werden, gehört ins Konzept – als Orientierung, nicht als Rechtsberatung. Die technische Seite steht in „DSGVO in Apps“; die Bewertung deines Falls gehört zu deinem Datenschutzbeauftragten oder Anwalt.
Was so ein Projekt kostet
Hier gibt es zwei ehrlich verschiedene Antworten.
Du arbeitest allein und erfasst nur für dich? Dann kann unsere Starter-App zum Festpreis von 9.900 € netto tatsächlich reichen: Checklisten, Fotos mit Zuordnung, strukturierte Werte, Export als Datei zum Teilen – alles auf dem Gerät, ohne Konto, ohne Server, in 4–6 Wochen. Der Festpreis setzt einen klaren Kernnutzen und bis zu fünf Screens voraus. Weil die Daten auf dem Gerät bleiben, funktioniert das Erfassen auch ohne Empfang – vorausgesetzt, keine Funktion der App hängt an einer Verbindung. Ob deine App überhaupt einen Server braucht, klärt „Braucht meine App ein Backend?“; wie das Festpreis-Paket abläuft, steht in „Starter-App: der Ablauf“.
Ihr seid mehrere, oder das Büro soll die Aufnahmen direkt sehen? Dann braucht es Konten und einen gemeinsamen Ort für die Daten. Eine Zusammenstellung aus unserer Preisliste:
- Basis – Konzeption, UI-Grundlagen, Projektsetup, Qualitätssicherung, Store-Release: 11.000–18.000 €
- Cross-Platform, iOS und Android aus einer Codebasis: 7.500–12.000 €
- Individuelles Design: 4.500–9.000 € – solide und systemnah ginge auch und kostet 0 €
- E-Mail-Login mit Registrierung, Passwort-Reset und Profil: 3.000–5.000 €
- Firebase oder Supabase als Backend: 4.500–9.000 €
- Kamera und Foto-Upload mit Zuordnung: 3.000–6.000 €
Macht rund 34.000–59.000 € und 10–17 Wochen. Dazu je nach Bedarf: Offline-Modus mit Synchronisation 6.000–10.500 € – sobald ohne Empfang erfasst und später abgeglichen werden muss –, eine Schnittstelle zu deiner Fachsoftware 4.500–9.000 €, eine Bearbeitungsansicht fürs Büro als Web-Dashboard 6.000–11.000 €. Dazu der Betrieb: als Faustregel 15–20 % der Projektsumme pro Jahr, bei uns Wartungspakete ab 150 € netto im Monat. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen. Nachrechnen kannst du selbst: App-Kosten-Rechner, Betriebskosten-Rechner, Herleitung in „Was kostet eine App?“.
Zu groß? Checkliste plus zugeordnete Fotos ist bereits ein vollständiger Nutzen › „Weniger App, mehr Erfolg“. Wie sich Baustellen-Dokumentation im Handwerk aufziehen lässt, liest du in „App für Handwerksbetriebe“ – die Mechanik ist verwandt.
Fazit
Der planbare Nutzen liegt vor dem Gutachten: strukturierte Aufnahme, zugeordnete Fotos, vollständige Checklisten, sauberer Export. Das Rechnen bleibt dort, wo es heute schon stattfindet. Für Einzelkämpfer kann der Festpreis-Einstieg reichen, für Büros braucht es Konten und einen Server – und in beiden Fällen die Frage, wie die Daten in dein Gutachten kommen.
Beim Sortieren hilft die Vorbereitungs-Checkliste. Erzähl uns im kostenlosen Erstgespräch, welche Auftragstypen du hast, wie viele Termine im Monat anfallen und mit welcher Fachsoftware du arbeitest. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden.