Wenn feststeht, dass deine App einen Server braucht, kommt die zweite Frage – und die ist in Angeboten oft mit einem einzigen Wort abgehakt: „Backend“. Dahinter stecken aber zwei grundverschiedene Wege mit einem Preisunterschied von fast dem Faktor drei. Ob deine App überhaupt einen Server braucht, klärt „Braucht meine App ein Backend?“ – hier geht es um das Wie.
Zwei Wege, ein Ziel
Fertige Cloud-Bausteine – im Fachjargon „Backend as a Service“. Anbieter wie Firebase (Google) oder Supabase liefern das, was fast jede App braucht, als fertigen Dienst: eine Datenbank, Nutzerkonten mit Login, Dateispeicher für Fotos, bei Firebase auch Push-Nachrichten. Dein Entwicklerteam baut die App-Logik und konfiguriert die Dienste, statt sie zu programmieren.
Ein eigenes Backend – eine selbst entwickelte Schnittstelle, die auf einem Server läuft, den du oder dein Dienstleister betreibt. Alles, was die Bausteine fertig liefern, wird hier gebaut oder zusammengesetzt. Dafür bestimmt niemand außer dir, was der Server kann, wo er steht und wie er sich verhält.
In unserer Preisliste stehen beide nebeneinander: Firebase oder Supabase mit 4.500–9.000 €, das eigene Backend mit 13.500–26.000 €. Der Unterschied ist Arbeit, die die Bausteine dir abnehmen – und die du bezahlst, wenn du sie selbst brauchst.
Firebase und Supabase im Vergleich
Beide sind ausgereift und weit verbreitet, beide kommen für unsere Projekte in Frage. Sie unterscheiden sich an einer Stelle, die für deine App wichtig sein kann.
Firebase speichert Daten dokumentenorientiert: Jeder Datensatz ist ein eigenes Dokument, flexibel und schnell für Apps, die Daten vor allem anzeigen und einzeln bearbeiten. Es ist eng in den Google-Kosmos eingebunden, was viele Dinge einfach macht – und was du auch als Bindung lesen kannst.
Supabase baut auf PostgreSQL, einer klassischen relationalen Datenbank. Das ist die bessere Wahl, wenn deine App viel auswertet: Summen über Zeiträume, Berichte über viele Nutzer, Verknüpfungen zwischen Tabellen. Der Code ist offen (Apache-2.0-Lizenz), und die Plattform lässt sich grundsätzlich auch auf eigenen Servern betreiben – dann allerdings mit Betrieb, Backups und Updates in deiner Verantwortung. Firebase bietet diesen Weg in dieser Form nicht an (Stand 2026).
Beide Anbieter lassen dich beim Anlegen des Projekts wählen, in welcher Region deine Daten liegen, und bieten Standorte in der Europäischen Union an, etwa Frankfurt (Stand 2026). Die Region ist dabei eine Standortwahl, kein Nachweis für Datenschutz-Konformität – dazu unten mehr. Für die meisten kleinen und mittleren App-Projekte reicht einer der beiden völlig – und wir sagen dir lieber vorher, dass du kein eigenes Backend brauchst, als dir eines zu verkaufen.
Wann das eigene Backend trotzdem richtig ist
Es gibt Gründe, die den höheren Preis rechtfertigen – aber es sind konkrete Gründe, keine Gefühle.
- Der Kunde muss selbst hosten. Wenn dein Auftraggeber oder deine Branche verlangt, dass Daten ausschließlich auf eigenen Servern liegen, bist du mit fertigen Cloud-Diensten am Ende. Dann braucht es etwas, das sich installieren lässt, wo der Kunde es will.
- Rechenlogik gehört auf den Server. Komplexe Berechnungen, die nicht im Handy laufen dürfen – weil sie manipulationssicher sein müssen oder weil sie Daten vieler Nutzer zusammenführen –, brauchen einen Ort, den du kontrollierst.
- Bestehende Systeme sollen angebunden werden. Warenwirtschaft, Buchhaltung, Kundenverwaltung: Je mehr Fremdsysteme mitreden, desto eher lohnt eine eigene Schnittstelle, die zwischen allen vermittelt.
- Das Datenmodell ist speziell. Wenn die fertigen Bausteine sich verbiegen müssen, damit sie zu deinem Fall passen, wird der vermeintlich günstige Weg teuer.
Trifft nichts davon zu, ist das eigene Backend eine Investition ohne Gegenwert. Das sagen wir auch, wenn es unseren Umsatz kostet.
Abhängigkeit – das Risiko, über das man vorher spricht
Fertige Bausteine schaffen eine Bindung an den Anbieter. Ändert der seine Preise oder stellt einen Dienst ein, betrifft dich das. Ein Umzug ist möglich – Daten lassen sich exportieren, die App-Logik bleibt –, aber er kostet Zeit und Geld, weil die Stellen, an denen die App mit dem Dienst spricht, umgebaut werden müssen.
Zwei Dinge mindern das Risiko, und beide gehören in dein Angebot: Die App-Logik sollte so gebaut sein, dass der Anbieter an möglichst wenigen Stellen direkt vorkommt. Und alle Konten laufen auf deinen Namen – das Firebase- oder Supabase-Projekt gehört dir, nicht deinem Dienstleister. Warum das entscheidend ist, wenn sich Wege trennen, steht in „App übernehmen, wenn der Entwickler weg ist“.
Das eigene Backend hat die umgekehrte Abhängigkeit: keine vom Anbieter, dafür eine vom Team, das es gebaut hat und pflegt. Ohne saubere Dokumentation und Übergabe ist das nicht weniger riskant.
Was es im Monat kostet
Beide Wege verursachen laufende Kosten, aber unterschiedliche.
Cloud-Bausteine rechnen nutzungsabhängig ab: Speicher, Abfragen, übertragene Daten. Beide Anbieter haben kostenlose Einstiegskontingente; bei Firebase zahlst du im Bezahltarif nur, was darüber hinausgeht, bei Supabase beginnt der Bezahltarif bei 25 US-Dollar im Monat plus Mehrnutzung (Stand 2026, Preise in US-Dollar und ohne Umsatzsteuer). Steigt die Nutzung, steigen die Gebühren mit. Der Vorteil: Du zahlst keinen Server, der nachts leer läuft. Was deine App konkret kostet, hängt von Nutzerzahl und Datenmenge ab – das rechnen wir im Angebot mit dir durch.
Das eigene Backend braucht einen Server, der dauerhaft läuft, überwacht und aktualisiert wird – auch bei drei Nutzern. Die Hosting-Kosten sind planbar, die Pflege ist Arbeit, die jemand jeden Monat leistet. Was der Betrieb einer App insgesamt kostet und wie du ihn kalkulierst, steht in „Was kostet eine App im Monat?“; durchrechnen kannst du es im Betriebskosten-Rechner.
Datenschutz: der Ort entscheidet mit
Wo deine Daten liegen und wer technisch darauf zugreifen kann, ist keine Nebensache. Mit Cloud-Bausteinen ist der Anbieter Teil deiner Verarbeitung; mit dem eigenen Backend dein Hoster. In beiden Fällen brauchst du eine Regelung mit dem jeweiligen Anbieter, und die Wahl der Region gehört in die Entscheidung, nicht in die Nacharbeit. Die technische Seite beschreibt „DSGVO in Apps“; was für dein Vorhaben konkret gilt, bewertet dein Datenschutzbeauftragter oder Anwalt – nicht wir.
Unsere Empfehlung
Fang mit fertigen Bausteinen an, wenn keiner der genannten Gründe für ein eigenes Backend spricht – das ist bei den meisten Projekten so. Wähle Supabase, wenn deine App auswertet und berichtet, Firebase, wenn sie vor allem anzeigt und bearbeitet. Achte darauf, dass die Konten dir gehören und der Anbieter im Code an wenigen Stellen sitzt. Und wechsle zum eigenen Backend erst, wenn ein Kunde selbst hosten muss, Fremdsysteme angebunden werden oder das Datenmodell die Bausteine sprengt.
Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer – unser Angebot richtet sich an Unternehmen, Selbstständige und Organisationen. Die Positionen findest du auf der Preis-Seite und im App-Kosten-Rechner, die Herleitung in „Was kostet eine App?“.
Wenn du nicht sicher bist, welcher Grund auf dein Projekt zutrifft: Im kostenlosen Erstgespräch klären wir es. Wir antworten werktags innerhalb von 24 Stunden.